In den Weinbergen

5. Juli 2017 | von Eva in Allgemein | Weingut - (0 Comments)

Vor dem Entblättern

Was sich hinter den Blättern so alles versteckt… !

Wie in den letzten 3 Jahren auch, verrichten Urban und ich die anfallenden Handarbeiten in unserer besten Lage Wisselbrunnen selbst. So sind wir ganz nah dran und machen die notwendigen Erfahrungen aus erster Hand. Da allein die Verwaltung eines 20 Hektar Betriebes weit mehr als ein 8 Stunden Job für den Winzer ist, versteht es sich von selbst, dass wir die Weinbergsarbeit am frühen Morgen, am Abend oder am Wochenende machen.

Heute Morgen ging es mal wieder in den Wisselbrunnen um die Ostseite der Rebzeilen so zu entblättern, dass die Trauben frei in der Sonne hängen. Dies ist nicht nur der Reifeentwicklung förderlich, sondern lässt die Trauben nach einem Regen schneller wieder trocknen, so dass die Fäulnisgefahr sinkt. Doch von Fäulnis kann in diesem Stadium keine Rede sein. Die einzelnen Trauben sind etwa erbsengroß und sehr fest.

Die Frostnächte im April haben einigen Trieben den Garaus gemacht und vermutlich hat sich auch der Rhombenspanner, ein gefräßiger Wurm, der die jungen Triebe abfrist, in unseren Weinbergen herumgetrieben. So werden wir auch in diesem Jahr keine Höchsterträge einfahren, aber alles in allem stehen die Weinberge gut da und dank 20 mm Regen in der letzten Woche herrscht auch kein akuter Trockenstress.

Also harren wir der Dinge, sprich dem Wetter, das da noch kommt und schauen vertrauensvoll in die Zukunft mit einer momentanen Prognose des Lesebeginns um den 25. September… Mal sehen, ob es bei dieser Prognose bleibt… 🙂

 

Wie kann man als Winzer das neue Jahr besser begrüßen, als in den Weinberg zu gehen? Was wir hier, zusammen mit Helmut Durner, gemacht bzw. gepflanzt haben, verraten wir jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt….

SylvestrisNr.2

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Hurra, es funktioniert! 3 Wochen, nachdem die Weissburgunder Augen in den Dornfelder gesetzt wurden, zeigen sich die ersten kleinen Triebspitzen. Zwar (noch) nicht an allen Stämmchen, aber bei ca. 90%. Jetzt darf nur kein Wild in den Weinberg einfallen und sich an dem jungen Grün erfreuen wollen…

12 Tage nach dem Umpfropfen, wurde die alte Rute bis auf ein bis zwei Blätter zurückgeschnitten, damit die Kraft der Rebe sich ganz auf den jungen Trieb konzentrieren kann.

Die umgepfropften Reben mit Hagelschutznetzen bedeckt

Wie eine Armee verletzter Soldaten….mit Trauerflor…

Wie verletzte Soldaten stehen unsere Reben da, seitdem in der letzten Woche ein Heer von Südamerikaner über sie hergefallen ist. Und das auch noch in unserem Auftrag. Doch die Mission der Südamerikaner war friedlich und hieß „Umpfropfen“.

In einer Seitenlage des Hendelbergs, direkt angrenzend an den Steinberg, hatte Hans Lang vor ca. 15 Jahren Dornfelder angepflanzt. Wir haben keine Verwendung für diesen Wein (denn wir lieben Spätburgunder)  und trugen uns mit dem Gedanken die Rebstöcke auszuhacken. Da stieß Urban auf eine andere Möglichkeit, mit der man einen neue Rebsorte pflanzen kann, ohne auf die Kraft der Rebwurzeln der 15 jährigen Stöcke verzichten zu müssen.

So lagerten wir im Herbst die Ruten eines Weissburgunders ein und die Profis aus Südamerika schnitten die Augen dieser Ruten heraus und pflanzten sie in den Stamm der Dornfelderreben. Dazu braucht es eine spezielle Schnitttechnik mit eine Kerbe in den Stamm geschnitten wird. Das Auge des Weissburgunders wurde dann in diese Kerbe gelegt und mit einer Art Tapeband festgebunden.

Das geschah in der letzten Woche und wir warten jetzt darauf ob diese Weissburgunder Augen anwachsen. Wenn alles gut läuft ernten wir dann im nächsten Jahr schon den ersten Weissburgunder aus unserer Dornfelderanlage…

Spannend, diese Geschichte, oder?

Die eingelagerten Routen des Weissburgunder

Die Profis aus Südamerika

Das Auge des Weissburgunders wird in die Kerbe des Dornfelders gelegt.

Der Dornfelder erhält eine Fußbinde

Und übrigens, der Trauerflor, das sind Hagelschutznetze, die bereits zu Hans Langs Zeiten angebracht wurden.

Seit drei bis vier Wochen gehen Urban und ich regelmäßig in „unseren“ Wisselbrunnen, denn sobald die Triebe ca. 10 cm lang sind, gibt es immer etwas zu tun. Ich nenne das die „Pflege und Erziehung der Weinberge“, denn das ist es im wahrsten Sinne des Wortes. Und so schön wie diese Worte klingen, so empfinde ich diese Arbeit, die wenig anstrengend ist und bei der man die Entwicklung der Rebe und des ganzen Weinbergs so gut verfolgen kann.

Nach dem Rebschnitt verbleibt von dem ganzen Gewirr eines Weinstocks eine einzige (nackte) Rute mit ca. 8-12 „Augen“, aus denen ab April die Knospen aufbrechen. Diese Rute wird beim Binden um den Heftdraht geschlungen, so dass manche Augen in Richtung des Bodens und nicht wie gewünscht nach oben hin austreiben.

Die „nackte“ Rute im Frühjahr

Diese Triebe und auch zu dicht wachsende Triebe sowie die Triebe, die am Stamm herauswachsen, werden bereits nach einigen Tagen des Wachstums ausgebrochen. Aus dem Stamm wachsen auch später noch Triebe, die dann wiederholt „ausgeputzt“ werden müssen.

Die Triebe nach dem Ausbrechen

Wenn die Triebe dann ca. 30 – 40 cm lang sind, werden, die mittleren Drähte, die wir beim Schneiden ganz aus der Halterung an den Pfählen genommen und auf den Boden gelegt haben, nun nach und nach links und rechts der Triebe so eingehängt, dass sie eine Stütze bilden an der die Triebe möglichst kerzengerade nach oben wachsen können. Mit dem Wachstum werden diese Drähte immer höher eingehängt und gleichzeitig werden die beiden oberen Drähte nach unten gelegt und nach und nach so eingehängt, dass auch längeren Triebe Halt bekommen. Gerade bei stürmisch, gewittrigem Wetter ist das sehr wichtig und schützt die Triebe vor dem Abbrechen.

Der „gepflegte“ Weinberg kurz vor der Blüte

Und jetzt warten wir auf die Blüte. Erste Anzeichen dafür haben wir schon entdeckt. Wenn das Wetter weiterhin sonnig bleibt, ist die Blüte in ca. einer Woche vorrüber und der Grundstock für den Jahrgang 2015 ist gelegt.

Am 7. Juni haben wir die ersten Blüten entdeckt

 

Reben heften

17. Juni 2014 | von Eva in Allgemein - (0 Comments)

Zum Tagesausklang gehen wir am Abend in den Weinberg. Heute ist Heften angesagt. Eigentlich eine einfache und entspannende Arbeit, wenn nicht ständig Triebe beim Einfädeln in den Draht abbrechen würden. Das schmerzt ziemlich.  Die Blüte beginnt. Zwei Wochen vor der Zeit….

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